ABBAU VON SÜDTIROLER NATURSTEINEN

 

"Ein unermesslicher Reichtum an Natursteinen zeugt von der vielfältigen geologischen Strucktur Südtirols. Neben Marmor, Gneis, Quarzit und Porphyr werden Sandstein, Granit und sogar Basalt vorgefunden. Jedes Gestein kann einen Teil der Weltgeschichte erzählen und belegt dies eindrucksvoll durch Farbe und Struktur.

Natursteine abzubauen ist eine ganz besondere Herausforderung. Mit modernen Maschinen wird dieser über Jahrmillionen entstandene Rohstoff umweltschonend gewonnen."

 

UNSERE STEINBRÜCHE : PASSEIRER GNEIS GRANAT UND MÖLTNER SANDSTEIN

 

Derzeit betreibt die Firma südtirol.stein zwei Steinbrüche. Den Steinbruch am Möltner Joch, wo Möltner Sandstein abgebaut wird und den Steinbruch in Langwies vor Moos im Passeiertal, wo der Passeirer Gneis Granat abgebaut wird. In beiden Steinbrüchen wird auf einen sehr umweltschonenden Abbau geachtet. In den Brüchen wird  nicht gesprengt, sondern die Steinblöcke werden mit Bohrgeräten und mobilen Seilsägen aus der Wand geschnitten.  Auch Druckluftkissen sind ein sinnvolles Werkzeug, um die Steinblöcke von der Wand zu trennen. Die Blöcke werden auch deshalb mit Seilsäge und Bohrgerät entfernt, weil durch Sprengungen Risse im Stein entstehen können, welche bei der Weiterverarbeitung dann für Probleme sorgen können.

Durch den schonenden Abbau mit Seilsäge und Bohrgerät, dem geringen Energieaufwand beim Abbau und der Weiterverarbeitung, durch die kurzen Transportwege des Rohstoffes, seine Langlebigkeit ist Südtiroler Naturstein ein sehr ökologischer Baustoff. Zudem ist Naturstein zu 100 % recyclebar.

Ziel des Abbaus ist es, mög­lichst große und gesunde Blöcke der Wand zu entnehmen. Das ist nicht ganz einfach, da man mehrere Komponenten berücksichtigen muß. Zum einen kann der Stein in der Wand Risse haben. Diese muß man möglichst umgehen, damit man einen einwandfreien Werkstoff erhält. Zum anderen muß die Lagerrichtung des Naturssteins berücksichtigt werden. Durch die Lagehöhe der Steinbrüche (der Steinbruch am Möltner Joch liegt z.B. auf 1800 Metern) ist eine Abbautätigkeit, das ganze Jahr über nicht möglich. Sie beginnt erst mir der Schneeschmelze und endet mit der Kälte oder dem ersten Schnee. Die Kälte beieinflusst die Abbautätigkeit sehr, da für das Schneiden fließendes Wasser notwendig ist, um das Seil zu kühlen und von der Schlemme zu reingen. Bis der erste Schnee fällt müssen die Blöcke, welche bis zu nächsten Frühjahr gebraucht werden, in Terlan im Lager sein. Eine Abbautätigkeit und Ladetätigkeit ist nachher kaum noch möglich. So arbeiten wir auch hier im tonangebenden Takt der Natur.

Die größten Blöcke, welche aus der Wand geschnitten werden, können über 3 Meter lang und ca. 2 Meter hoch sein. Sie können eine Tiefe von 1,4 Metern erreichen. So ein Block wiegt dann, am Beispiel des Passeirer Gneis Granats, über 20 Tonnen.

Die abgebauten Blöcke werden dann zur Weiterverarbeitung ins Werk nach Terlan gebracht oder aber auch nach Verona, wo eine der weltweit größten Marmorindustrien sesshaft ist.

Grundsätzlich kann man zwischen 2 Steinbrucharten unterscheiden: Plattenbrüche und Blockbrüche

In Plattenbrüchen ist der Stein so gelagert, dass die Natur die Plattenstärke schon vorgibt. Dies sieht man in Südtirol vorallem in den Porphyrbrüchen, aus welchen Pflastersteine oder unregelmäßige Bodenplatten gewonnen werden. Hier ist der Weg von der Wand zum fertigen Material sehr, sehr kurz. Das Material wird zwar aus der Wand gesprengt, aber nachher großteils nur noch nach Stärke und Größe sortiert und im Falle von Pflastersteinen, mit einer Steinpresse gespalten. Der Energieaufwand ist bei diesen Produkten sehr, sehr gering und somit sehr umweltschonend. Auch wenn man bedenkt, dass die Lebensdauer des Natursteins, bei richtiger Verlegung, eigentlich unbegrenzt ist und bei einer eventuellen Entsorgung der Rohstoff  der Natur nur zurückgegeben werden muß.

Bei Blockbrüchen ist es das Ziel, möglichst große Blöcke zu erhalten. Diese Blöcke werden anschließend in Platten geschnitten. Zum Einsatz kommen hier Steinsägen mit Sägeblättern oder  die Blöcke werden mit Diamantseil zersägt. Je nach Bedarf wird die Stärke der zu schneidenden Platten bestimmt.

Für die Firma südtirol.stein, welche neben der Abbautätigkeit, als Steinmetzbetrieb die abgebauten Natursteine auch für den hochwertigen Innen- und Außenbereich weiterverarbeitet, ist die Größe der Rohtafeln von großer Bedeutung. Auch weil andere Natursteinbetriebe, Tischlereien, Einrichtungsstudios und Natursteinverlegebetriebe Rohprodukte, halbfertige und fertige Erzeugnisse bei uns beziehen.

Denn nur aus Ihnen können wir hochwertige Inneneinrichtungen aus Naturstein fertigen. Voraussetzung ist die Größe der Rohtafeln auch für die Fertigung von Küchenplatten, großformatigen Boden und Wandverkleidungen, Buffetplatten, Rezeptionstheken oder massiven Steinduschtassen. Auch für große Massivarbeiten aus Naturstein wie sakralen Bereich für Altar, Ambo und Priestersitz oder Dorfbrunnen oder Sockel von Statuen, ist die Blockgröße entscheidend.

Da wir vorallem im Innenbereich tätig sind und massive Arbeiten machen, sind für uns vorwiegend Blockbrüche, wie jener des Passeirer Gneis Granat wichtig.

 

DIE STEINSUCHE - STEINFINDLINGE

Südtirol - paradiesische Gegebenheiten für Steinliebhaber

Die Gesteinswelt Südtirols ist unerschöpflich. In Südtirol gibt es Gesteinsarten aus 2 Kontinenten. Die adriatische Platte hat sich vor Millionen von Jahren vom afrikanischen Kontinent abgespalten und ist Richtung Norden gedriftet. Dabei haben sie nicht nur Sedimentgesteine, welche sich am Meeresgrund des Urmeers abgelagert haben, sondern auch Vulkangesteine über die europäische Platte geschoben. Nicht zuletzt hat dieser Prozess zur Alpenfaltung geführt. Durch diesen enormen Druck und durch die dadurch entstandene Hitze, sind in unserem Breitengrad immer wieder neue Natursteine (metamorphe Natursteine) entstanden.

Dieser Prozess ist noch im Gange. Es entstehen immer noch neue Natursteine in der Tiefe unter uns. Die Welt steht nicht still. Die Alpen wachsen.

Durch diese Entstehungsgeschichte gibt es in Südtirol eine sehr große Anzahl an verschiedenen Gesteinsarten. Hier einige Beispiele: Porphyr, Basalt, Granit, Gneis, Sandstein, Quarzit, Serpentinit, Dolomit und Marmor.

Dabei ist die Variation der Farbe und der Struktur, sowie der Zusammensetzung der Mineralien unerschöpflich.

Am Beispiel des Porphyrs: Es gibt in Südtirol dunkelroten, hellroten, violetten, grünen, grauen, braunen und beig-gelblichen Porphyr. Und innerhalb dieser Farbeinteilung noch weitere unterstufen. Auch gibt es Brekzien wie etwa den Andrianer Porphyr, wo eckige Gesteinstrümmer, von der Lavamasse umschlungen wurden. Dies ist nicht zuletzt so, weil die Bozner Porphyrplatte eine der mächtigsten Porphyrplatten Europas ist.

Dies sind natürlich paradiesische Zustände für Steinliebhaber wie wir es sind.

Deshalb suchen wir immer nach "neuen" Natursteinen, bergen diese, und sind gespannt, was rauskommt wenn wir sie schneiden und verschiedene Oberfläche anbringen.

Unsere Steinsammlung ermöglicht es uns Natursteinliebhabern mit ganz besonderen ästhetischen und exklusiven Ansprüchen gerecht zu werden.

Dabei kann es sich um die Gestaltung eines Badraums, einer Wohnung, eines Einfamilienhauses oder auch eines flächenmäßig größeren Projektes, wie eines Hotels oder um das Eingangsfoyer eines Firmensitzes handelt.

Den unsere Findlingsteine reichen größenmäßig von etwa 2 - 3 m³ bis, wie am Beispiel des Seiser Basalts bis zu 420m³. In Tonnen ausgedrückt bedeutet dies Findlingssteine mit einem Gewicht von 8-9 Tonnen bis hin zu einem Gewicht von 1100 bis 1200 Tonnen. Oder in geschnittener Form in m² ausgedrückt: von 100m2 bis über 10.000m2.

Dadurch können wir große und kleine Projekte ganz individuell und exklusiv für Sie gestalten.

Die Steinfindlinge treten normalerweise bei Aushubtätigkeiten für Bauvorhaben zu Tage oder kommen, wie z.B. beim Traminer Dolomit, durch Felsstürze zu Tale. Auch suchen und finden wir, von Zeit zu Zeit, Gesteinskollosse in Flussläufen.

Falls Sie einen Stein finden, melden Sie sich bitte bei uns. Wir können damit z.B. Ihr Bad gestalten oder Ihren Hoteleingang kleiden.

 

 

 

 

 

 

 

Hans Karl Trojer

Abbau und Logistik - Sakrale Räume und Massivarbeiten